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Die Installation

Da es sich bei Mosh um keinen eigenen Netzwerkservice handelt, ist die Installation denkbar einfach. Auf der Serverseite muss lediglich das mosh-server Binary vorhanden sein. Alle gängigen Distributionen bieten für Mosh ein Paket an, je nach System reicht also ein einfaches »apt-get install mosh« (Debian, Ubuntu), »yum install mosh« (Fedora) oder »zypper install mosh« (Open Suse). Eine Konfiguration ist nicht notwendig.

Auf dem Clientsystem muss die Mosh-Software ebenfalls installiert werden. Eine Verbindung bauen Sie nun – ähnlich wie bei ssh – mit diesem Befehl auf:

mosh username@servername.com

Ein wenig komplizierter stellt sich die Situation dar, wenn man auf dem Server keine root-Rechte besitzt und somit keine systemweiten Programme installieren kann. Aber auch dann lässt sich Mosh benutzen. Sie benötigen lediglich das Binary »mosh-server« an beliebiger Stelle. Am einfachsten können Sie dieses vom Clientsystem direkt kopieren, etwa durch ein »scp /usr/bin/mosh-server username@server.com« . Anschließend können Sie beim Login mit »mosh« den Pfad des Server-Binaries angeben: »mosh username@server.com -server=/home/username/mosh-server« .

Die eben beschriebene Vorgehensweise funktioniert natürlich nur, wenn das Client-Binary auf dem Server auch läuft. Probleme können sich ergeben, wenn der Client ein 64-Bit-Linux ist, während auf dem Server noch ein 32-Bit-Linux läuft. Auch wenn auf dem Server ein ganz anderes System – etwa FreeBSD – läuft, funktioniert diese Vorgehensweise nicht. Dann kann mosh auf dem Server selbst kompiliert werden. Hierzu laden Sie das Sourcepaket herunter (aktuell »mosh-1.2.2.tar.gz« ), wechseln in das entpackte Verzeichnis, das einer etwas ungewöhnlichen Namenskonvention folgt (in der aktuellen Version »keithw-mosh-df955aa« ).

Mosh liefert kein Configure-Skript, dies erzeugen Sie mit dem Befehl »./autogen.sh« . Anschließend wird Mosh, wie bei den meisten Programmen gewohnt, mit »./configure; make« kompiliert. Das Binary befindet sich anschließend im Pfad »src/frontend/mosh-server« , es kann an beliebiger Stelle im Homedir hinterlegt und wie oben beschrieben mit dem Parameter »--server« angegeben werden.

Mosh setzt voraus, dass auf Server und Client ein System mit Unicode-Unterstützung und dem UTF-8-Zeichensatz läuft. Andere Zeichensätze werden nicht unterstützt. Auf den meisten aktuellen Systemen ist dies kein Problem, sie sind von Haus aus auf UTF-8 als Standardzeichensatz eingestellt. Ist auf dem lokalen System ein anderer Zeichensatz voreingestellt, können Sie vor dem Aufruf von mosh den Zeichensatz temporär umstellen:

LC_ALL="de_DE.utf8"
mosh username@server.com

Mosh ist für zahlreiche Unix-Systeme verfügbar, die Webseite liefert, sofern nicht sowieso vorhanden, Pakete für gängige Linux-Distributionen, für FreeBSD und auch für Mac OS X. Etwas komplizierter stellt sich die Situation unter Windows dar. Ein einfacher Windows-Client für Mosh ist bislang nicht erhältlich, lediglich eine Anleitung, wie sich das Programm unter Cygwin kompilieren lässt [2].

Auch auf dem Handy

Aufgrund seiner Möglichkeit zum Roaming ist Mosh natürlich besonders für mobile Anwendungen interessant. Eine Android-App ist bereits verfügbar [3], dessen Terminal-Emulator basiert auf dem Code von Irssi-Connectbot. Der Name sollte niemanden verwirren, die App lässt auch eine gewöhnliche Shellverbindung zu und ist nicht auf die Nutzung von Irssi beschränkt.

Die App verbindet sich standardmäßig über gewöhnliches SSH, eine Mosh-Verbindung muss explizit ausgewählt werden. Anschließend erhalten Sie eine Shellverbindung, die beispielsweise auch dann aufrechterhalten wird, wenn Sie von einem WLAN zu einer UMTS-Verbindung wechseln.

Schwieriger sieht die Situation bislang auf iPhones aus. Das lag zunächst vor allem an den restriktiven Bedingungen von Apples App Store. Dieser lässt Anwendungen unter der GPL-Lizenz nicht zu. Inzwischen haben die Mosh-Entwickler daher in ihre Lizenzbedingungen eine Klausel eingefügt, die eine Portierung für iOS möglich machen soll. Unabhängig davon arbeiten die Entwickler des kostenpflichtigen iSSH-App [4] daran, Mosh selbst zu implementieren. Die Funktion soll in einer der kommenden Versionen verfügbar sein.

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