Editorial

Die Cloud macht ernst (jetzt wirklich)

Der Gang in die Cloud klingt erst einmal verlockend für viele Unternehmen. Doch lauern bei genauem Hinsehen zahlreiche Fallstricke, die IT-Verantwortlichen das ... (mehr)

Seit Entstehen der ersten Dienste lockt die Cloud IT- und Unternehmensverantwortliche mit dem Versprechen, IT-Kosten zu reduzieren. Richtig umgesetzt kann dies durchaus klappen, aber auch die alleinige Verschiebung des Budgets von Investitionen hin zu operativen Kosten war und ist für manchen Finanzverantwortlichen attraktiv. Doch so richtig durchschlagend waren die Ersparnisse nur selten, denn die aus der Wolke bezogenen Services wie etwa Online-Storage waren zunächst technisch eher simpel und somit auch lokal vergleichsweise kostengünstig bereitzustellen.

Die nächste Entwicklungsstufe der Cloud erlaubte, mit Infrastructure-as-a-Service komplette Server in wenigen Minuten zum Laufen zu bringen. So verkürzte sich der oft zähe Vorgang von der Bestellung neuer Hardware, den Verhandlungen über Softwarelizenzen und der Notwendigkeit von zwei bis acht unternehmensinternen Unterschriften und Genehmigungen einer solchen Investition auf einen Klick des Admins und zehn Minuten Wartezeit. Hinzu kamen Know-how-intensive Dienste wie etwa in Sachen Sicherheit, die gerade viele mittelgroße Unternehmen aufgrund nicht vorhandenen Personals nicht im vergleichbaren Umfang selbst leisten konnten. Es ist sicher nicht weit hergeholt festzustellen, dass diese Entwicklung der Cloud den Durchbruch bescherte. Gleichzeitig lässt sich aber auch nicht leugnen, dass eine gut aufgestellte und ausgestattete IT all dies auch vor Ort leisten kann.

Doch mittlerweile bringt die Cloud Innovationen an den Start, die im eigenen RZ so gut wie überhaupt nicht mehr zu erbringen sind. Dazu zählen neben vorkonfigurierten und automatisch skalierenden VMs und Containern vor allem Datenbanken-as-a-Service. Diese ressourcenhungrigen Dienste erfordern lokal starke Hardware und viel Know-how, nicht zuletzt, um die darin gelagerten Unternehmensdaten mit hoher Verfügbarkeit zu versehen. Aus der Cloud kommen DBs heute mit fünf 9en – also einer Uptime von 99,999 Prozent – und sind mit wenigen Klicks einsatzbereit. Ähnliches gilt für maschinelles Lernen (inklusive mietbaren Cloud-GPUs) und Edge Computing. Derartige Dienste sind on-premises nicht verfügbar und machen die Cloud somit unverzichtbar.

So werfen wir denn im Rahmen unseres Schwerpunkts Cloudmanagement einen Blick auf einen solchen Dienst und unterziehen den Couchbase-DB-as-a-Service ab Seite 24 einem ausführlichen Test. Ein anderes Beispiel für diese neuen Dienste ist Windows 365, das wir in dieser Ausgabe ab Seite 84 vorstellen. Dieses Betriebssystem ist via Browser auf jedem Endgerät verfügbar und lässt sich dennoch zentral verwalten – ein Admin-Traum. Viel Vergnügen mit diesen und zahlreichen weiteren Innovationen aus der Wolke wünscht

John Pardey

Chefredakteur

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