Security ist ein stets aktuelles Thema in der IT. Deshalb widmet sich das ADMIN-Magazin 04/2012 speziell Sicherheitsaspekten und gibt Antworten auf die Fragen: ... (mehr)

Nicht portabel

Beachten Sie aber, dass nicht alle Dateisysteme beziehungsweise Backup-Werkzeuge sparse-kompatibel sind. Wenn Sie RAW-Dateien in Netzwerkverzeichnissen speichern oder über eine Netzwerkverbindung sichern, muss die RAW-Datei in der Regel in ihrer vollen Größe übertragen werden (also unabhängig vom Ausmaß der tatsächlichen Ausnutzung).

Die populärste Alternative zum Raw-Format ist das QCOW2-Format (Qemu Copy on Write, Version 2). Gegenüber dem RAW-Format bietet QCOW2 einige Zusatzfunktionen: So können Image-Dateien verschlüsselt oder komprimiert werden. QCOW2-Dateien wachsen erst bei Bedarf und das unabhängig von den Sparse-Funktionen des Dateisystems. Der größte Vorteil von QCOW2-Images besteht aber darin, dass im laufenden Betrieb sogenannte Snapshots erstellt werden können. Das hilft vor allem bei der Durchführung von Backups.

Das QCOW2-Format hatte in der Vergangenheit einen schlechten Ruf: Zum einen gab es im Zusammenspiel mit den Libvirt-Werkzeugen Kompatibilitätsprobleme, zum anderen waren QCOW2-Images wesentlich langsamer als RAW-Images. Mittlerweile sind diese Probleme behoben. Ein gewisser Geschwindigkeitsnachteil besteht noch immer, dieser beträgt aber nach meinen Messungen lediglich fünf bis zehn Prozent im Vergleich zum RAW-Format. Für viele Anwendungen, die nicht stark I/O-lastig sind, ist der Geschwindigkeitsunterschied kaum messbar.

Qemu/KVM unterstützt seit Mitte 2011 mit Qemu Enhanced Disk (QED, [3]) ein drittes Image-Format. Es bietet eine etwas höhere Geschwindigkeit als QCOW2, enthält dafür aber weniger Funktionen (unter anderem keine Snapshots). Möglicherweise wird QED langfristig QCOW2 ablösen. Gegen den Einsatz des QED-Formats spricht in erster Linie der Umstand, dass das Format noch unzureichend getestet ist. Mit neuen Image-Formaten verhält es sich ähnlich wie mit neuen Dateisystemen: Wer seine Daten liebt, wartet mit dem Einsatz lieber ein, zwei Jahre ab.

Formatwandlung

Im Virtual Machine Manager stehen in den Datenträgerdialogen auch die von VMWare beziehungsweise Virtualbox bekannten Formate VMDK und VDI zur Auswahl. Diese Formate werden von KVM aber nicht direkt unterstützt. (Dass die Formate dennoch im Virtual Machine Manager auftauchen, hat damit zu tun, dass der Virtual Machine Manager auch zur Steuerung anderer Virtualisierungssysteme geeignet ist.) Wenn Sie eine virtuelle Maschine mit einem VMDK- oder VDI-Datenträger unter KVM ausführen möchten, müssen Sie die Image-Datei zuerst in ein KVM-kompatibles Image-Format umwandeln. In einfachen Fällen hilft das Kommando »qemu-img convert« bei der Konvertierung. Leider ist »qemu-img« mit mehrteiligen Image-Dateien überfordert. Abhilfe schafft dann nur der »vmware-vdiskmanager« . Dieses Kommando wird mit diversen VMware-Produkten mitgeliefert, unter anderem mit dem unter Linux frei verfügbaren VMware Server.

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