Was das Backup wert war, erweist sich, sobald man es versucht ganz oder teilweise wiederherzustellen. Spätestens dann macht sich die Wahl des richtigen Tools ... (mehr)

Accurate Backup

Neben den einfachen vollen, inkrementellen und differenziellen Sicherungen beherrscht Bacula noch weitere interessante Möglichkeiten: Im normalen Betrieb überwiegt die Menge der Sicherungsaufträge die Anzahl der Rücksicherungen bei Weitem. Bei erhöhten Sicherheitsbedürfnissen lässt sich der File Daemon so starten, dass er keine Daten schreiben, sondern nur lesen kann. Dadurch ist auch nach einem Einbruch in das Backup-System kein angeschlossenes System manipulierbar. Für die selteneren Rücksicherungen ist der File Daemon dann natürlich neu und im Schreibmodus zu starten.

Wie die meisten Datensicherungslösungen bestimmt auch Bacula bei inkrementellen und differenziellen Sicherungen anhand des Zeitstempels der letzten Sicherung und des Zeitstempels der Dateien, ob diese zu sichern sind. Dieses Prinzip ist einfach und bewährt, kann aber in einigen Fällen zu Problemen führen: Legt man Dateien mit altem Zeitstempel an, werden sie nie gesichert. Das Löschen von Dateien registriert Bacula so nicht, das heißt, eine Rücksicherung stellt auch Dateien wieder her, die mittlerweile gar nicht mehr existieren.

Mit Accurate Backup kann Bacula all diese Probleme beheben. Vor der Sicherung wird eine Liste aller auf diesem System bekannten Dateien mit Größen, Rechten und Prüfsummen übertragen. Der File Daemon vergleicht diese Liste mit dem Dateisystem und sichert die Differenz. Accurate Backup benötigt dafür allerdings auf Server- und Client-Seite wesentlich mehr Ressourcen als ein herkömmliches Backup.

Virtual Backups

Um die Redundanz zu erhöhen und um gesetzliche Anforderungen zu erfüllen, ist häufig die Auslagerung von Datensicherungen gefordert. Mittels Copy Jobs lassen sich die auszulagernden Daten auf Bänder kopieren. Solange die Daten lokal vorliegen, greift Bacula auf die Originalsicherungen zu, wenn die nicht mehr verfügbar sind, fordert Bacula die ausgelagerten Sicherungen an. Auch für langfristige Datensicherungen ist es möglich, Sicherungen auf andere Medien auszulagern. Die Quellmedien werden nach der Migration freigegeben.

Üblicherweise werden bei Datensicherungen in regelmäßigen Abständen Vollsicherungen durchgeführt. Diese sind sehr groß und benötigen entsprechend viel Zeit, Rechen- und Netzwerkkapazität. Die meisten der Daten eines Vollbackups befinden sich aber aufgrund vorheriger Sicherungen bereits auf den Medien.

Mit Virtual Full Backup werden die zuvor gesicherten Vollbackups und inkrementellen oder differenziellen Sicherungen aus dem vorhandenen Datenbestand und die Änderungen seit der letzten Differenzsicherung zu einem neuen Vollbackup zusammengeführt. Dies reduziert die Belastung von Netzwerk und Client auf die Belastung durch eine inkrementelle Sicherung, die üblicherweise unter zehn Prozent der Last einer Vollsicherung liegt. Verwendet man Virtual Full Backups, ist jedoch der Einsatz von Accurate Backup dringend empfohlen.

Auch Deduplizierung ist für Bacula durchaus ein Thema: Mit sogenannten Base Jobs lassen sich beim Sichern vieler gleichartiger Systemen große Datenmengen einsparen. Der Base Job definiert dabei die gemeinsame Basis, auf der dann andere Sicherungen aufsetzen. Die bereits gesicherten Daten des Base Jobs sind fortan lediglich dort gespeichert und werden nicht nochmals andernorts gesichert.

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