SELinux hilft (wenig) gegen Bash-Exploit Shellshock

26.09.2014

Der Red-Hat-Entwickler Dan Walsh hat analysiert, was passiert, wenn ein Apache-Server mit SELinux geschützt ist.

Dan "Mr. SELinux" Walsh von Red Hat hat genauer untersucht, welche Auswirkungen es hat, wenn die eben bekannt gewordene Bash-Sicherheitslücke ("Shellshock") auf einem System ausgenutzt wird, das von SELinux geschützt ist. Wie in einem Reddit-Post, auf den sich Walsh bezieht, zu sehen ist, verhindert SELinux nicht, dass ein Exploit auf dem angegrifenen System eine Datei anlegen kann, jedenfalls im Tmp-Verzeichnis. Dies liegt daran, dass die entsprechende SELinux-Policy genau dies erlaubt - schließlich müssen CGI-Skripts gelegentlich temporäre Dateien anlegen. Ohne SELinux könnte ein Bash-CGI-Exploit aber beispielsweise auch in Dateien schreiben, die Schreibrechte für den Webserver-Benutzer besitzen. Dies verhindert SELinux, indem es die Schreibrechte auf das Tmp-Verzeichnis begrenzt.

Ähnlich sieht es auch beim Lesen aus. Auch mit SELinux könnte ein Exploit eine Vielzahl von Dateien lesen, weil Prozesse mit dem Typ "httpd_sys_script_t" von Haus aus Zugriff auf viele Systemdateien und Verzeichnisse haben. Selbst die Passwort-Datei "/etc/passwd" wäre damit lesbar (allerdings nicht "/etc/shadow", das normalerweise nur mit Root-Rechten angesehen werden darf). Geschützt wären laut Walsh etwa die Home-Verzeichnisse mit dem SELinux-Typ "user_home_t", die aber ohnehin auf den meisten Linux-Systemen nur für den Benutzer selbst lesbar sind, und einige weitere Programme. 

Wie Walsh selbst einräumt, verschafft der SELinux-Schutz keinen umfassenden Schutz, kann aber immerhin die Auswirkungen einigermaßen eingrenzen. So verhindert SELinux durch seine Transition-Policy auch, dass Kindprozesse eines Exploits mit SUID-Rechten ausgeführt werden können.

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