Novell Filr 1.0 im Test

Anthony McAulay, 123RF

Datei-Server, leicht bewölkt

Externe Mitarbeiter, Heimarbeitsplätze, private Smartphones in der Firma und Cloud-Dienste wie Dropbox: All das kann einen IT-Admin, der auf Sicherheit bedacht sein muss, leicht in den Wahnsinn treiben. Mit Filr hat Novell ein Dateiablage-System entwickelt, das die meisten Probleme lösen soll.
ADMIN 11/13 stellt die besten Lösungen vor und klärt, ob Browser-Plugins, Anonymisierer sowie Verschlüsselung wirklich helfen. Weitere Themen: Small ... (mehr)

Nach den Vorstellungen der Marketing-Strategen sollten Kollaborationsplattformen wie Sharepoint, OX-App-Suite, Kolab und Zarafa alles können: Sie sollen mit ihrem integrierten Dokumenten-Management Dreh- und Angelpunkt jeglicher Unternehmenskommunikation sein und selbstverständlich Ausgangspunkt für die Dateiablage. Heutzutage müssen Mitarbeiter viele Dokumente organisieren und verarbeiten. Da ist es eine gute Idee, Dokumente mit Bezug zu einem Referenz-Kontakt, -Ereignis oder -Projekt in so einem System abzulegen.

Im Vorteil ist, wer jetzt schon zentrale Dateiablagen einsetzt. Ideal ist es daher, wenn Unternehmen ihren Mitarbeitern vorschreiben, existierende Dokumenten-Management-Lösungen zu verwenden. Deren Hersteller widmen sich der gleichen Problematik aus einem anderen Blickwinkel: Für sie geht es darum, Teamarbeit zu koordinieren und Dokumente effizient abzulegen.

Von gestern: File-Server

Eine zusätzliche Dimension erhält die Thematik durch das Einbinden von externen Mitarbeitern. Ein sicherer Zugriff via VPN auf die firmeneigenen Datei-Server ist zwar prinzipiell möglich, auf mobilen Geräten aber wenig praktikabel. Die gängigen Protokolle und Netzwerk-Dateisysteme sind nicht für die Mobilfunknutzung konzipiert. Und was tut ein externer Mitarbeiter, wenn der Admin den Zugriff auf Netzlaufwerke eingeschränkt hat oder das Netzwerk nicht funktioniert, wie es soll? Er lädt im schlimmsten Fall – ohne Wissen des Admins – Firmen-Dokumente zur Dropbox hoch und synchronisiert sie auf andere Endgeräte und ins Home Office.

Auch wenn klassische File-Server derzeit noch Standard in vielen Firmen sind, braucht es doch eine Lösung, die jedem Mitarbeiter – ob intern oder extern – eine konsolidierte Sicht auf die Daten erlaubt, unabhängig davon, wo diese tatsächlich gespeichert sind. Der Nutzer muss sich dann nicht mit Server-Namen, langen URLs, Laufwerksnamen, Pfaden oder ähnlichen Dingen herumschlagen. Außerdem müssen Nutzer mobiler Geräte auf ihre Dokumente auch offline zugreifen können. Ein Web-Interface sollte dafür sorgen, dass der Zugriff auf eigene Daten auch mit Clients möglich ist, auf denen keine Software installiert werden darf. Zudem sollte eine Lösung dafür sorgen, dass sämtliche Daten nur verschlüsselt zu den Endgeräten gelangen und nicht in eine Public Cloud wandern. Die Integration mit einem existenten Verzeichnisdienst sollte eine separate Benutzerverwaltung obsolet machen und die Rechte für das File-Sharing zentral verwalten können. Mit Novells neuem Dienst »Filr« steht eine solche Lösung zur Verfügung.

Was ist Filr?

Novell Filr [1] ist eine neue, als File-Sharing-Plattform konzipierte Cloud-Lösung. Konzeptionell ist Filr mit einer selbst-gehosteten OwnCloud-Installation vergleichbar, konzentriert sich aber ausschließlich aufs File-Sharing und auf Funktionen zur Zusammenarbeit. Filr macht Datei-Server (Netzwerklaufwerke) und Storage-Ressourcen über eine logische Abstraktionsebene verfügbar. So können interne und externe Nutzer über organisatorische Grenzen hinweg komfortabel auf ihre Daten zugreifen und für andere Benutzer freigeben. Der Zugriff auf Filr ist wahlweise über das moderne Web-Interface, eine mobile App für iOS und Android sowie mithilfe einer nativen Anwendung für Windows und Mac OS möglich. Ferner verfügt Filr über eine leistungsstarke, auf »Lucene« basierende Volltextsuche.

Verbindungen zu Filr sind durchgängig per SSL verschlüsselt. Sämtliche Dateien bleiben auf den Servern des Unternehmens hinter der firmeninternen Firewall. Das gewährleistet ein hohes Maß an Sicherheit, weil die Zugriffskontrollen auf das Dateisystem greifen. Ferner können Filr-Admins Quotas auf Benutzer-, Gruppen- und Standortebene verwalten. Eine Lizenz von Filr kostet inklusive einem Jahr Standard-Support 104 Euro; 50 Lizenzen mit einem Jahr Support schlagen mit 5200 Euro zu Buche.

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