Mailinglisten-Software Sympa 6

blorges, photocase.com

Listenreich

Mailinglisten sind komplexer, als sie zunächst aussehen – gerade wenn sie ihren Anwendern und Admins einen gewissen Komfort bieten wollen. Bei Sympa 6.0 reicht ein Passwort pro Benutzer, es bietet ein Webportal zur Verwaltung an und modelliert auch komplexe Berechtigungsmodelle.
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Menschen arbeiten meist in Teams, sei es im Beruf, Studium oder an einem Open-Source-Projekt. Da sich die Zusammensetzung dieser Gruppen oft ändert und nur wenige in homogenen Softwarelandschaften arbeiten, bilden Mailinglisten oft den Minimalkonsens für eine Groupware. Sie beheben zumindest die größten Ärgernisse wie manuell gepflegte Verteilerlisten oder Mehrfachzustellungen.

Ganzheitliche Mailinglisten

Yahoo, Google & Co. bieten zwar jedem Listendienste an, wer jedoch die Kontrolle über die Archivierung und Datenauswertung behalten möchte, installiert einen eigenen Server [1]. Mit Blick auf die Welt des Web 2.0 mangelt es vielen dieser Programme aber an Benutzerfreundlichkeit. Die neue Version 6.0 des Listenmanagers Sympa will dies ändern [2].

Gerade die Weboberfläche ist oft eine Quelle für Verdruss, ist sie doch selten mehr als ein Wrapper um eine ehemalige Kommandozeilenschnittstelle. Sie geht beispielsweise davon aus, dass die Benutzer selten mehr als eine Liste abonnieren und dass Listeneigentümer nur wenige Listen verwalten. Jede Liste hat ihre eigene Homepage sowie eigene Passwörter für Abonnenten und Eigentümer.

Die Welt sieht aber anders aus: In Universitäten, Softwareprojekten und größeren Unternehmen gehören Benutzer typischerweise vielen Gruppen und damit auch Mailinglisten an. Letztlich verwalten wenige Listenadmins das Gros der Listen und wünschen sich gestufte Kompetenzen zu vergeben, um auch weniger technikaffine Nutzer als Listenverwalter einzusetzen.

Seit 1997 entwickeln französische Hochschulen die Software für ihre eigenen Bedürfnisse, nämlich den Umgang mit vielen Listen, Abonnenten, Rechteinhabern und Rollenüberschneidungen. Anwender bedienen Sympa in erster Linie per Browser. Die Oberfläche orientiert sich mit einer Listenübersicht als Seitenleiste und einer Leiste von Navigationsreitern am oberen Rand weitgehend an Konventionen für Webportale (siehe Abbildung 1). Benutzer melden sich mit ihrer E-Mail-Adresse und einem Passwort bei Sympa an und verwalten so alle Listen, denen sie als Abonnent, Moderator oder Eigentümer angehören (siehe Abbildung 2).

Abbildung 1: Nach einer optischen Entschärfung verwaltet Sympas Oberfläche viele Listen der Uni Marburg.
Abbildung 2: Sympa fügt einen Admin-Knopf bei Listen ein, wenn der angemeldete User sie besitzt.

Darüber hinaus brauchen sie keine weiteren Passwörter, da die Software Rechte verwaltet. Auf Wunsch bezieht Sympa diese Informationen auch aus einem Verzecihnisdienst per LDAP. Wer zum Beispiel zehn Listen abonniert und zwei davon verwaltet, benötigt also nur ein statt ein Dutzend Kennwörter.

Auch sonst bemüht sich Sympa um Überschaubarkeit bei großen Installationen. Deshalb ist es bei Hochschulen, Forschungsinstitutionen, internationalen Organisationen wie der Unesco sowie bei HP und Fujifilm Deutschland so beliebt. Dazu kommt, dass Sympa als Zuckerguss Funktionen mitbringt, die Anwender eher von Forensoftware her kennen: Benutzerbilder, Avatare genannt, Funktionen, um Listenarchive anzuzeigen und zu durchsuchen, sowie ein rudimentäres Filesharing hat es eingebaut.

Seine Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger versteckt Sympa 6.0 vornehmlich unter der Haube: Betreiber großer Systeme freut, dass die Software ausgehende Mails nicht direkt verschickt, sondern in einer Datenbank ablegt. Der Daemon »bulk.pl« nimmt sie dort heraus und versendet sie. Er hält Mailinhalte und Zieladressen in getrennten Tabellen, sodass er eine Nachricht nur einmal ablegt, egal wie viele Empfänger sie hat.

Das Skript »bulk.pl« ist parallelisierbar und startet bei Bedarf weitere Prozesse. Es ist prinzipiell möglich, mehrere Instanzen auf unterschiedlichen Servern zu betreiben und so Versand-Cluster einzurichten. Allerdings stellt sich die Frage, wie viele Listen und Teilnehmer Sympa verwalten soll, da es bereits ohne größere Kunstgriffe mit Millionen von Abonnenten zurechtkommt.

Ausfallsicher

Der neue Versand hat jenseits von Skalierung und Performance den Vorteil, dass er bei Systemabstürzen oder Neustarts die Zustellung an der Stelle fortsetzt, an der sie abbrach. Das erspart lästige Doppelungen. Weil nun eine Datenbank die abzuarbeitenden Versandaufträge verwaltet, weiß die Software ziemlich genau, wo der Abbruch erfolgte.

Sympa erlaubt es seinen Admins, Tag und Uhrzeit anzugeben, also wann es anstehende Nachrichten versenden soll. Voluminöse Rundbriefe versendet es dann in Schwachlastzeiten, zu denen die hausinternen Listen wenig frequentiert sind.

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